BARF | Grundgedanke | Umstellung | Was kann ich füttern? | Wieviel? | Kosten | Literatur

Schon seit mehr als 2 Jahren werden wir beide nicht mehr mit komerziellem Fertigfutter ernährt, und es bekommt uns hervorragend. Ständig werden wir darauf angesprochen wie gesund wir aussehen, und wie toll unser Fell aussieht.

Doch was bedeutet BARF eigentlich?

... "Bones And Raw Food" als Bezeichnung wurde von der Kanadierin Debbie Tripp erfunden, wobei sie zuerst den wenig schmeichelhaften Namen "Born Again Raw Freaks" erfand. Ihr erschien diese Fütterungsmethode suspekt und sie führte hitzige Debatten mit einem BARF-Anhänger und -Züchter in Australien. Aber nach und nach schien ihr BARF Sinn zu machen. Sie begann ihre eigenen Hunde so zu ernähren und änderte den wenig schmeichelhaften Namen.

Debbie Tripp hat also den Namen erfunden, aber die zugrunde liegende Idee stammt von dem australischen Tierarzt Dr. Ian Billinghurst. Vor 20 Jahren begann er den Zusammenhang zwischen industriell hergestelltem Futter und Hundekrankheiten zu erforschen. 1993 veröffentlichte er seine Erkenntnisse und seine Fütterungsmethode in seinem ersten Buch "Give Your Dog A Bone"....

aus BARF oder nicht Barf? von Gitta Vaughn, Texas
Hundezeitung

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Seit tausenden von Jahren ernähren sich Hunde und ihre Vorfahren von rohem Fleisch, Knochen, dem vorverdautem Mageninhalt ihrer Beute,... Ihr gesamter Organismus ist auf diese Art der Ernährung eingestellt. Sie haben eine wesentlich stärkere Magensäure um Fleisch und Knochen, in großen Stücken, schnell zu verdauen und Bakterien gar nicht die Möglichkeit zu geben sich stark zu vermehren. Dafür fehlen ihnen manche Enzyme, die Pflanzenfressern helfen die dicken Zellwände ihrer Nahrung zu verdauen. Deshalb nehmen Wölfe und Hunde pflanzliche Kost meist schon vorverdaut zu sich.

Fertigfutter gibt es etwa seit 80 Jahren. In dieser "kurzen" Zeitspanne ist es evolutionstechnisch unmöglich, dass sich der Verdauungstrakt des Hundes dermaßen verändert hat, wie uns die Industrie immer weißmachen will. Unsere Hunde haben auch heute noch das Verdauungsystem eines Beutegreifers!!

Fertigfutter besteht zum größten Teil aus Getreide. Habt ihr schon mal einen Wolf oder Hund dabei beobachtet wie er ein Getreidefeld "abgrast"? Außerdem sind in Fertigfutter nicht die guten Fleischstücke, wie Muskelfleisch enthalten, wie uns die Werbung immer weismachen will. Was fällt wirklich unter "Tierische Nebenprodukte", "Geflügelfleischmehl", „Trockenschnitzel", "Fischmehl" oder "Knochenmehl"? --> Futteretiketten

Auch wird Fertigfutter immer als die einzige Möglichkeit dargestellt, seinen Hund mit allen wichtigen Zusaztstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen,... zu versorgen. Warum hat der Hund in den letzten 15.000 Jahren dann auch ohne Fertigfutter überlebt?

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Es ist wirklich nicht sonderlich schwierig, seinen Hund gesund zu ernähren, wenn man sich nur die Zeit nimmt, sich etwas zu informieren, bekommt das jeder hin!

Bei jungen Hunden ist eine radikale Umstellung, von einem Tag auf den anderen meist kein Problem. Ein bis zwei Fasttage sind gut für den Organismus, und schon kann es losgehen. Habt ihr jedoch einen älteren Hund, dessen Verdauungstrackt sich schon länger mit Fertigfutter herumplagen mußte, ist sein Körper mit einer plötzlichen Umstellung vielleicht überfordert. Nehmt zuerst leicht verdauliches Fleisch wie Hühnchen, und nur ein bis zwei Sorten Gemüse, damit der Hund lernt sich darauf einzustellen, auch der Einstieg über gekochtes Fleisch das dann immer kürzer erhitzt wird ist möglich. Steigert erst später die Vielfalt.

Bei manchen Hunden kommt es am Anfang zu sogenannten "Entgiftungserscheinungen" wie Durchfall, Erbrechen, Juckreiz, starker Haarwechsel, Schleim im Kot. Die Stärke hängt dabei vom Individuum und auch von der länge der FeFu Zeit ab. Die Entgiftung ist aber notwendig um all die Gifte loszuwerden, die der Hund durch die minderwertigen Zutaten in FeFu zu sich genommen hat. Das einzige was man tun kann ist durchhalten und vielleicht das Immunsystem des Hundes unterstützen.

Bei uns gab es prakisch keine Entgiftungserscheinungen.

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Fleisch

Das Grundnahrungsmittel des Hundes ist rohes Fleisch. Nahezu jede Sorte ist geeignet, Huhn, Rind, Pute, Lamm, Kaninchen, Pferd,... oder was ihr sonst noch günstig erstehen könnt. (Barf ist nämlich nicht zwangsläufig teurer als FeFu, wenn man gute Fleischquellen kennt, wie z.B. Schlachthöfe die ihre Reste oft um einen Spottpreis abgeben ist es meistens sogar billiger!) Auch Fisch kann bedenkenlos roh verfüttert werden.

Einzig bei rohem Schweinefleisch sollte man vorsichtig sein. Dieses kann den (für Hunde) tödlichen Aujetzkivirus enthalten und sollte deshalb nur mit zweifelsfreier Herkunft aus Österreich verfüttert werden. Auch die Schweiz und Schweden gelten als frei. Wenn ihr in einem anderen Land wohnt erkundigt euch doch beim jeweiligen Veterinäramt.

Knochen

Knochen sind auch ein wichtiger Bestandteil der Rohfütterung. Sie versorgen den Hund mit Calzium, und sorgen außerdem für gesunde Zähne. Die meisten Barf Hunde haben auch im Alter noch ein tadelloses Gebiss.

Am Anfang solltet ihr mit weicheren Knochen, wie Hühnerhälsen, -flügeln, -rücken, Kalbsbrustbein beginnen und die Menge nur langsam steigern, damit der Magen sich wieder daran gewöhnt Knochen zu verdauuen. Nehmt Knochen mit noch viel Fleisch dran damit der Magen etwas geschützt ist. Schlingt euer Hund sehr, nehmt größere Knochen damit er lernt zu kauen.

Rohe Knochen sind weich und biegsam, Hühnerhälse eigenen sich besonders für den Einstieg weil die Knöchelchen winzig klein sind und so leichter verdaulich. Gekochte Knochen jedoch können splittern und sollten deshalb nicht verfüttert werden.

Fühlt ihr euch jedoch unsicher was Knochen angeht, dann lasst es einfach bleiben. Es bringt nichts wenn ihr euch hinterher stundenlang Sorgen macht. Den Calziumbedarf eures Hundes könnt ihr auch durch fein zerriebene Eierschalen oder Calziumcitrat decken.

Gemüse und Obst

Praktisch jede Sorte Obst und Gemüse die wir gerne essen ist auch für den Hund geeignet.

Jede Art von Salat (Feldsalat, Ruccola,...)
Karotten
Gurken
Zuchini
Brokoli
Spinat
Löwenzahn, Brennesseln (in geringen Mengen)
usw.

Äpfel
Bananen
Trauben
Pfirsiche
Ananas
Beeren
usw.

Was vermieden werden sollte:
Nachtschattengewächse wie rohe Kartoffeln, Melanzani,...; Hülsenfrüchte wie rohe Bohnen (wirken sehr blähend); Zwiebeln; Avocados (einige Sorten sind für den Hund giftig)

Gemüse solltet ihr immer fein püriert verfüttern, weil Hunde die dicken Zellwände sonst nicht aufspalten können. Gebt außerdem 1-2TL Öl dazu, damit auch die fettlöslichen Vitamine aufgeschlossen werden können.

Getreide

Wie schon erwähnt kommt Getreide im natürlichen Speiseplan des Hundes nahezu nicht vor, weshalb das Füttern von Getreideprodukten auch "Geschmacksache ist. Es gibt Hunde die vertragen es hervorragend und andere die darauf mit Blähungen, Durchfall oder allergisch Reagieren.

Meine Hunde lieben Brot und kommen immer gleich angerannt, wenn ich die Schneidmaschine betätige, deshalb gönne ich ihnen auch ab und zu ein Scheibchen. Getreideflocken (wie Haferflocken,...) gibt es bei uns jedoch selten bis nie.

Grundsätzliches:

Milchprodukte

Die meisten Futterpläne, insbesondere die für Welpen empfehlen Milchprodukte wie Yoghurt, Buttermilch, Cottage Cheese, Ziegenmilch (aber keine Kuhmilch!). Oft wird eine Getreide-Milch Mahlzeit vorgeschlagen.

Ich finde grundsätzlich nichts schlechtes daran ab und zu Milchprodukte zu verfüttern. Wenn es dem Hund schmeckt und er es gut verträgt sind Milchprodukte wie ein Löffel Yoghurt z.B. gut dazu geeignet "Gemüsemäkler" von der Schmackhaftigkeit ihrer Mahlzeit zu überzeugen.

Bei uns gibt es trotzdem keine Milchprodukte, weil Angel darauf allergisch reagiert. Sie fängt in den Tagen danach an, sich ständig am Ohr zu kratzen, und beginnt wie verrückt an ihren Pfoten herumzulecken bzw. -kauen.

Achtet einfach auf euren Hund und ihr werdet feststellen ob Getreide und Milchprodukte ihm bekommen.

Sonstiges

Was steht sonst noch auf Hundis Speiseplan?

Öle (z.B. Diestelöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl, Fischöl, Leinsamenöl, Nachtkerzenöl,...)

Ein bis Zwei mal die Woche ein rohes Ei

Algen, Kräuter, Apfelessig muss nicht sein, sind aber sehr gesund

Das zufüttern von Vitamin C ist normalerweise nicht notwendig, weil Hunde es im Gegensatz zum Menschen selber bilden können. Manche Leute meinen jedoch in unserer belasteten Umwelt reicht das nicht mehr aus und füttern zusätzlich z.B. Hagebuttenmehl.

Mehr Informationen und einen Futterplan für Anfänger findet ihr hier:
Drei Hunde Nacht Ernährungsseiten
Die artgerechte Ernährung des Hundes
Futterplan

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Die Menge des Futters ist von Hund zu Hund verschieden, abhängig von seiner Veranlagung, Aktivität, Kastriert ja oder nein?,...

In der Regel soll ein Hund 2-4% seines Körpergewichts (bzw. 2% des Zielgewichts bei Diäten) zu sich nehmen.

60-75% davon sollten Fleisch und Knochen sein,
25-40% Gemüse, Innereien, und sonstige Zusätze.

Dies sind aber auch nur Richtwerte. Achtet einfach darauf ob euer Hund zu oder abnimmt und reduziert bzw. erhöht dann die Futtermenge.

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BARF ist nicht zwingend teurer als Fertigfutter. Wir verbrauchen pro Tag ca. 1kg Fleisch für 2 35kg schwere Hunde. Je nach Fleischsorte macht das zwischen 1 und 4 Euro pro Tag. Etwas Gemüse ist immer im Haus, das wird nicht extra für die Hunde eingekauft und verursacht prakisch keine Kosten. Hochwertiges Fertigfutter kommt oft sogar teurer.

Informiert euch, und probiert es aus. Die Gesundheit eures Hundes wird es euch danken!

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